Vom richtigen Zeitpunkt: Wann dürfen Sie schneiden?
Bevor Sie loslegen mit dem Schnitt der Liguster-Hecke, ein paar wichtige Worte zum Bundesnaturschutzgesetz: Das besagt, dass in Deutschland zwischen dem 1. März und dem 30. September die Schonzeit für Vögel herrscht, die in dieser Phase ihre Nester in die Hecken setzen und ihre Jungtiere ausbrüten. Das bedeutet, dass radikale Rückschnitte in dieser Zeit absolut verboten sind. Das kann beispielsweise bei sehr vernachlässigten Liguster-Hecken notwendig werden.
Das bedeutet aber nicht, dass in dieser Zeit alle Rückschnitte ausgeschlossen sind. Erlaubt ist jederzeit ein leichter Form- und Pflegeschnitt. Schauen Sie aber bitte trotzdem vorher kurz ins Gebüsch, ob dort gerade jemand brütet. Falls ja, lassen Sie die Schere in diesem Bereich natürlich ruhen, bis die Jungvögel ausgeflogen sind.
Für ein perfektes Ergebnis schneiden Sie Ihren Liguster am besten zweimal im Jahr:
- Ende Juni: Rund um den Johannistag (24.06.) bzw. Mittsommer ist der erste große Wachstumsschub der Pflanzen vorbei. Das ist der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt.
- Ende August: Ein zweiter, kleiner Korrekturschnitt sorgt dafür, dass die Hecke sauber in den Herbst und später in den Winter geht. Schneiden Sie nicht viel später, damit die neuen Triebe vor dem ersten Frost noch genug Zeit zum Aushärten haben und nicht erfrieren.
Das Werkzeug: Auf die Schärfe kommt es an
Beim Werkzeug sollten Sie keine Kompromisse machen. Wenn Sie Ihren Liguster zurückschneiden, ist scharfes Schnittwerkzeug das A und O. Stumpfe Klingen schneiden die Zweige nicht sauber ab, sondern quetschen das Holz regelrecht. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern hinterlässt ausgefranste Wunden, die als perfekte Eintrittspforten für Pilze und Krankheiten dienen. Manche Hobbygärtner schneiden ihre Hecken auch gern mit der Kettensäge zurück. Dabei muss man jedoch einiges beachten. Nehmen Sie für den Formschnitt am besten eine hochwertige Hand- oder Akku-Heckenschere und für die verholzten Triebe im Inneren eine scharfe Astschere. Damit Sie lange Freude an Ihrem Werkzeug haben, sollten Sie die Klingen nach getaner Arbeit kurz mit einem harzlösenden Mittel oder einem öligen Lappen reinigen. So verhindern Sie, dass der klebrige Pflanzensaft die Mechanik verklebt oder Rost ansetzt – und die Schere ist beim nächsten Einsatz im August sofort wieder einsatzbereit.
- Für kleine Hecken reicht eine gute Handschere
- Bei langen Strecken sparen Sie mit einer Akku-Heckenschere Zeit und Nerven.
- Haben Sie dicke, verholzte Äste dabei? Dann nehmen Sie eine Astschere, um die feine Mechanik der Heckenschere nicht zu ruinieren.
Die richtige Schnitt-Technik: Das Trapez-Prinzip
Damit Ihr Liguster auch im unteren Bereich schön grün bleibt, dürfen Sie ihn keinesfalls senkrecht nach unten schneiden, denn die Sonne sollte überall hinkommen. Andernfalls verkahlt Ihre Hecke bzw. Ihr Liguster-Strauch schnell. Deshalb empfehlen wir, den Liguster in Form eines Trapezes zu schneiden. Das bedeutet: unten breit, nach oben hin etwas schmaler zulaufend. So bekommen auch alle Zweige und Äste im unteren Bereich der Hecken genug Licht.
Tipp: Wenn Sie die Ligusterhecke in einer exakt geraden Linie kürzen wollen, spannen Sie sich eine Richtschnur als Orientierung. Das Auge täuscht doch oft, besonders bei längeren Heckenabschnitten. Es wäre doch schade, wenn Sie erst nach getaner Arbeit feststellen, dass Sie nicht zufrieden sind mit dem Ergebnis.
Nach dem Schnitt: Pflege für den Strauch
Jedes Schneiden bedeutet Stress für den Liguster, so vorsichtig und sorgsam Sie dabei auch vorgehen. Achten Sie deshalb auch auf eine gute Pflege der Sträucher in der Folgezeit. Zuallererst sollten Sie die Pflanze unmittelbar nach dem Schnitt mit ausreichend Wasser versorgen, besonders wenn es im Sommer heiß und trocken ist. Denken Sie auch an die Nährstoffe: Eine Handvoll Hornspäne oder ein spezieller Heckendünger im Frühjahr helfen der Pflanze, die Lücken in der Hecke schnell wieder mit frischem Grün zu füllen.
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