Verstehen Sie den Wuchs der Kiefer
Damit die Kiefer in Ihrem Garten dicht, gesund und auf der gewünschten Höhe bleiben, sollten Sie sie unbedingt regelmäßig zurückschneiden. Um zu verstehen, wie Sie Kiefern richtig schneiden können, schauen Sie zunächst auf ihr Wuchsverhalten: Kiefern wachsen vor allem über einen kräftigen Haupttrieb (Leittrieb) in der Mitte und über die Spitzen ihrer Seitentriebe nach oben und außen. Dazu gleich mehr.
Der größte Fehler beim Rückschnitt der Kiefer
Bevor wir uns die Schnitttechniken genauer anschauen, weisen wir Sie auf den größtmöglichen Fehler beim Rückschnitt der Kiefer hin. Eine Regel sollten Sie unbedingt beachten: Die Kiefer verfügt im alten, braunen Holz nicht über so genannte schlafende Augen. Wenn Sie also einen Ast tief bis ins kahle Holz schneiden, treibt an dieser Stelle in der Regel kein neues Grün mehr aus. Der Baum bleibt an der Stelle dann leider dauerhaft kahl. Im schlimmsten Fall führt das zu Löchern in ihrer Kiefernhecke. Seien Sie deshalb vorsichtig.
Der beste Zeitpunkt, um die Kiefer zu schneiden
Anders als bei vielen anderen Heckenpflanzen richtet sich der Schnitttermin der Kiefer nicht nur nach dem Kalendermonat, sondern vor allem nach dem Entwicklungsstadium der frischen Austriebe. Dieser kann je nach Region variieren. Grob kann man dennoch sagen: Der optimale Zeitpunkt, Ihre Kiefer zu schneiden, liegt zwischen Mai und Juni, also im Spätfrühling bis in den Frühsommer hinein. In dieser Phase bildet die Kiefer ihre frischen Triebe aus. Sie werden aufgrund ihrer Form auch als Kerzen bezeichnet.
Achten Sie auf dieses Zeichen
Wenn Sie auf den passenden Zeitpunkt für den Rückschnitt warten, beobachten Sie Ihre Kiefer regelmäßig. Wenn Sie zur Schere greifen, sollten die frischen Triebe noch weich, hellgrün oder leicht bräunlich sein und die neuen Nadeln sollten noch nicht vollständig entfaltet sein.
Bitte nicht schneiden
Auch wenn es Sie in der Heckenschere juckt: Schneiden Sie Ihre Kiefernhecke niemals im tiefen Herbst oder im Winter. In der Ruhephase der Pflanzen verheilen die Schnittstellen schlechter und die Pflanzen werden dadurch zudem frostempfindlich.
Meiden Sie auch unbedingt heiße und sonnige Tage, um zu verhindern, dass die frischen Schnittstellen austrocknen. Ein bedeckter Tag ist ideal.
Formschnitt bei der Kiefer
Wenn Sie Ihre Kiefer schneiden, ist das Ziel ein schöner dichter Wuchs ohne Verkahlen. Wenn Sie die Kiefer als Solitär gepflanzt haben, wünschen Sie sich vermutlich, dass die Pflanze ein Blickfang ist, der seine Wuchshöhe und die Form behält. Falls Sie Kiefern als Hecke gepflanzt haben, möchten Sie sicher einen dichten, immergrünen Wind- und Sichtschutz haben, der Ihren Garten. Um diese Ziele zu erreichen, können Sie die Technik des Pinzierens anwenden. Ein anderer Name dafür ist Kerzenschnitt.
Kerzenschnitt vornehmen
Beim Kerzenschnitt kürzen Sie die Kiefer an den frischen Trieben. Um den Kerzenschnitt an Ihrer Kiefer vorzunehmen, können Sie folgendermaßen vorgehen: Kürzen Sie ca. im Mai die frischen, noch weichen Triebe um etwa die Hälfte oder zwei Drittel. Die jungen Triebe sind noch sehr weich. Deshalb können Sie die Kerzen einfach mit der Hand abbrechen. Ansonsten können Sie auch eine scharfe, saubere Rosenschere benutzen. Durch das Einkürzen der Kerze am Haupttrieb (Hauptkerze) beenden Sie das Längenwachstum der Pflanze an dieser Stelle. Die Kiefer steckt ihre Kraft dann stattdessen in die Knospenansätze an der Basis der Kerze. Im kommenden Jahr werden Sie feststellen, dass sich die Kiefer an dieser Stelle mehrfach verzweigt. Das führt langfristig dazu, dass sich die Kiefer von innen heraus deutlich verdichtet und kompakt wird. Das ist insbesondere für Ihre Hecke sinnvoll.
Kiefer radikal zurückschneiden
Kennen Sie das vielleicht? Ihre Kiefer ist außer Kontrolle geraten und über die Jahre zu groß und zu breit geworden. Die Versuchung ist groß, den Baum stark einzukürzen und radikal zu schneiden. Erinnern Sie sich an den Anfang des Artikels: Wenn Sie ins alte Holz schneiden, treibt die Kiefer nicht mehr aus. Ein Schnitt im alten Holz ist nur dann sinnvoll, wenn Sie abgestorbene, kranke oder durch Sturm beschädigte Äste direkt am Stammansatz sauber abschneiden, also totes Holz entfernen. Falls Ihre Kiefer zu hoch gewachsen ist, können Sie den senkrechten Leittrieb abschneiden. Wir empfehlen: Schneiden Sie ihn direkt oberhalb eines kräftigen Quertriebs ab. Der oberste Seitentrieb übernimmt dann in der Folge schrittweise die Funktion der neuen Spitze.
Tipps für das Schneiden einer Kiefernhecke
Wenn Sie Ihre Kiefer als immergrüne Hecke gepflanzt haben, gibt es zusätzlich noch ein paar Tipps zu beachten:
- Trapezform: Schneiden Sie die Kiefernhecke an den Seiten so, dass sie unten etwas breiter ist als oben. Dadurch bekommen auch die untersten Äste Sonnenlicht und verkahlen nicht.
- Manueller Schnitt: Benutzen Sie für den Schnitt eine scharfe manuelle Heckenschere oder eine Gartenschere. Motorisierte Heckenscheren zerquetschen die langen Nadeln und hinterlassen braune Ränder an der gesamten Hecke.
- Jährlich Spitzenschneiden: Achten Sie darauf, dass Sie den senkrechten Haupttrieb jedes Jahr konsequent abschneiden, sobald die gewünschte Heckenhöhe fast erreicht ist. Dadurch geht die Wachstumsenergie in die Breite der Hecke und sie wächst blickdicht.
- Besonderheit bei der Waldkiefer: Bei der heimischen Waldkiefer (Pinus sylvestris) als Heckenpflanze müssen Sie konsequent bleiben: Die Pflanze hat einen sehr stark ausgeprägten Wuchsdrang nach oben. Wenn Sie den jährlichen Kerzenschnitt im Frühjahr verpassen, schießt die Hecke bald in die Höhe und wird im unteren Teil weniger dicht.
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